Samstag, 16. Juli 2016

Grüßen oder nicht Grüßen?



Heute möchte ich einmal der Frage nach dem Grüßen nachgehen. Wenn man sich auf dem Dorf begegnet, ist das eigentlich ganz einfach, "man" sagt "Guten Tag" oder "Guten Morgen", je nachdem, zu welcher Tageszeit man sich begegnet. Es gibt auch Regionen, in denen man - egal zu welcher Zeit stets mit "Moin Moin" bestens bedient ist. Bei uns allerdings nicht, das würde vermutlich seltsam auffallen. ;-)

Geht man am Stadtrand oder bei den Dörfern im Wald oder am Feld- und Waldrand spazieren, ist es ebenfalls üblich, wenn zwei Spaziergänger oder auch mehr sich begegnen, einen Gruß zu entrichten.

In größeren Stadtteilen wiederum ist es wohl eher nicht üblich, wie auch in der Stadt selbst, außer man kennt sich, wenn auch nur vom Sehen. Denn dann hätte man wohl sehr viel zu tun bei den vielen Menschen und käme vor lauter Grüßen zu nichts anderem mehr. ;-)

Doch wer in einem Hause wohnt, selbst wenn es ein größeres, höheres, mit vielen Parteien ist, grüßt aus Höflichkeit seine Nachbarn und deren Besucher.

Umgangsformen: Grüßen und Vorstellen

Nun erlebe ich es jedoch immer öfter (und nicht nur ich), daß das Grüßen scheinbar für so einige Zeitgenossen unüblich geworden ist. Entweder sie blicken einem herausfordernd, jedoch ohne Gruß länger als die üblichen Anstands-Sekunden ins Gesicht oder sie schauen gleich zu Boden oder sie tun von vornherein so, als hätten sie einen gar nicht erst bemerkt.

Traurig finde ich vor allem, daß Kinder das Grüßen häufig scheinbar gar nicht erst gelernt haben. Kindern sieht man es nach, doch wäre es Aufgabe der Erwachsenen, ein positives Sozialverhalten vorzuleben!

Aus der Psychologie wissen wir von sozialen Phobien, jeder Zehnte soll schon unter dieser Angst vor anderen Menschen leiden! Und ca. 75 % aller Menschen sollen  sogar Angst vor Fremden, Veranstaltungen, haben, bei denen sie niemanden kennen.

Hier gibt es einen Selbsttest zur sozialen Phobie.

Woher kommt nun diese Angst? Was war in früheren Zeiten anders oder war es gar nicht so anders? Hat man mehr gegrüßt, zwangshalber gegrüßt? Oder erlebt Ihr in Eurer Gegend das alles ganz anders?

Auch andere haben sich zu dieser Frage bereits so ihre Gedanken gemacht. Es gibt aber auch dieses Genervtsein vom vielen Grüßen, das auch ich kenne (wir erlebten das bspw. dort, wo sehr viele Wanderer unterwegs waren) - hier heißt es wohl, einen goldenen Mittelweg zu finden . . .

Allerdings habe ich diesen seltsamen Gruß "Mahlzeit" schon immer recht merkwürdig empfunden und mich weitgehend daran nicht beteiligt. Nicht alles, was alle tun, muß gleich gut und richtig sein!


Vor allem aber: WIESO haben Menschen Angst vor anderen Menschen, die doch auch NUR und NICHTS ALS Menschen sind?????



Noch ein anderes Phänomen vermutlich jüngerer Zeit ist zu beobachten - wenn Menschen angesprochen werden, schauen sie weg, antworten gar nicht erst oder reagieren gar eingeschnappt, schnippisch bis überheblich, wütend, mindestens teilnahmslos . . . selbst wenn so alte Menschen, wie meine Mutti auf andere Menschen zugeht, um ins Gespräch zu kommen. Und ihre Art, mit den Leuten zu reden, ist eine normale, herzliche!
Wie kann man sich das erklären? Die Angst vor den Fremden, Angst vor Menschen, Rührmichnichtan . . . ? ? ?

Bin gespannt auf Eure Reaktionen!


Die heutigen Bilder - denn ganz bilderlos wollte ich diesen Post nicht lassen - stammen von einem Ausflug, auf dem wir u.a. diesen Flughafen besuchten.


Mit diesem Bild, das beim  Flughafen-Restaurant aufgenommen wurde, verabschiede ich mich dann wieder.



Die bedenklichen und erschütternden aktuellen Ereignisse werdet Ihr alle mitbekommen haben - wir sind sprachlos angesichts dessen! Man fragt sich, wie das alles weitergehen soll . . .

Seid herzlich gegrüßt und ich freue mich, wenn Ihr mir von Euren Erfahrungen schreibt!
Eure



Kommentare:

  1. liebe sara
    ein gutes Thema hast du in diesem Post gewählt, auch ich habe mir schon oft gedanken darüber gemacht warum manche Menschen auf ein freundliches Hallo, guten Morgen/mittag/abend oft so irritiert oder stoffelig, erstaunt oder abwehrend reagieren und vermute, sie sind es einfach nicht gewohnt. Oder schlecht erzogen einen Gruß nicht zu erwidern, es ist doch nur höflich freundlich gemeint und sollte auch so empfunden werden.
    Gar manches Mal erntet man nur Erstaunen.
    Man braucht lange um sich irgendwo einzugewöhnen, gegrüßt zu werden wenn man ansässig ist, - auch.
    Vielleicht hat man Erfolg und erweckt ein normales Verständnis dafür wenn man einfach nur, freundlich lächelnd grüßt.
    ich werde dies auf jeden Fall und jeden Tag den ich unterwegs bin, egal ob ich Fremde oder Freunde treffe weiterhin nett grüßen.
    Vielen Dank für dein Thema
    und lieben Grüß, grüßt lächelnd nett und freundlich Angelface

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    1. Danke, liebe Angel!
      Weiter unten habe ich ja eigentlich alles schon beantwortet. Aber mir fällt da gerade noch ein, es gibt noch einen weiteren Punkt. Ich fahre inzwischen ja nur noch sehr selten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber darin ist das auch besonders gut zu beobachten. Jeder ist für sich und mit seinem Handy beschäftigt (früher waren es Bücher oder Zeitschriften, was ab und an auch noch vorkommt) - fast jeder in der Rührmichnichtan-Pose! Das ist eine Zeiterscheinung und mag viele Gründe haben, soziale Ängste, Ängste generell, wir leben ja in einer unberechenbaren Zeit, wie die aktuellsten Geschehnisse einmal wieder zeigen. Und auch Bequemlichkeit. Z.B. stehen Menschen heute oft nur noch sehr widerwillig für Alte, Behinderte oder Schwerkranke auf. Lang und breit muß erst alles dargelegt, erklärt werden - das dauert manchmal so lange, bis der Haltepunkt bereits erreicht ist. Das kann doch nicht sein!
      Andererseits pochen manche Behinderten oder Alte dermaßen in einem unschönen Art auf ihr sog. Recht, daß ich wiederum "verstehen" kann, wenn jüngere gesunde Menschen sich darüber ärgern und das nächste Mal gar nicht erst ihren Hintern erheben!

      Es sollte aber selbstverständlich sein, wenn man einen Älteren gebrechlichen Menschen sieht, ihm sofort und ohne Erklärungen seinen Platz überläßt, so wie wir es auch gelernt haben. Da gibt es keine Diskussionen!

      Liebe Grüße
      Sara

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  2. Bei uns auf dem Dorf ist Grüßen noch üblich. Wobei mein Sohn schon erzählt hat, dass ältere Herrschaften scheel anschauen, wenn er sie grüßt. Dabei sieht er nicht wild aus. Wenn Leute ins Fitnessstudio kommen oder sie Umkleide bwtreten ohne zu grüßen weißt mein Vatee sie mit seiner natürlichen Autorität drauf hin. Wenn man hier hin kommt, sagt man guten Tag oder morgen. Das fressen die. Und machen das dann auch. Seiner Beliebtheit schadet das nicht. LG Sunny

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    1. Schon seltsam, wie unterschiedlich das manchmal ist, liebe Sunny. Hier kenne ich es eher umgekehrt, die älteren freuen sich, wenn auch Kinder oder Jugendliche grüßen.
      Recht hat Dein Vater! Wenn man es im richtigen Ton sagt, kommt das auch an. :-)

      Liebe Grüße
      Sara

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  3. Bei uns sagt man moin.Die meisten sagen es. Aber einige gucken nur. Überhaupt gucken die meisten nur,kein freundliches lächeln nichts. Die Menschheit verdummt glaube ich.
    Liebste Grüße
    Nicole

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    1. Ja, das kenne ich auch, liebe Nicole. Nur daß man es bei uns eher selten benutzt. Aber einige witzige Zeitgenossen tun es auch hier.
      Aus meiner Sicht spielen da viele Ängste mit rein, warum Menschen nicht mehr grüßen.

      Liebe Grüße
      Sara

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  4. Ein interessantes Thema sprichst Du da an, liebe Sara! Ich mache die gleichen Beobachtungen wie Du und wundere mich sehr oft! Ob die Menschheit sich zurückentwickelt oder viele nur einfach von allem überfordert sind? Jedenfalls habe ich festgestellt, seitdem ich mit dem Hund spazieren gehe, grüßen ganz häufig Jugendliche und Kinder, die mich sonst nicht beachtet hätten.
    Liebe Grüße von Anna

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    1. Schon seltsam - aber meiner Beobachtung nach handelt es sich in vielen Fällen einfach um soziale Phobien! Kontaktängste also oder nicht wissen, wie man z.B. mit Älteren umgeht. Ähnlich wie beim Kontakt mit offensichtlich Behinderten, wo sich Einige ja auch sehr schwertun. Über ein Tier scheint das manchen dann leichter zu fallen. Eigentlich traurig, daß man erst ein Tier braucht, damit andere grüßen! ;-) Ich würde es mir generell wünschen! Ich kenne aber auch den umgekehrten Fall, wo Menschen, die einen Hund haben, erst dann selbst aufgeschlossener auf die Menschheit reagieren und häufig ist es so, wie es in den Wald hineinschallt, ruft es auch heraus ...
      Generell aber ist der Trend der Grußvermeidung zu beobachten, in Österreich aber scheinbar nicht, wie weiter unten Kathrin schreibt.

      Liebe Grüße
      Sara

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  5. Hallo Sara,
    bei "Mahlzeit" erwidert mein Mann: Mahl doch Deine Zeit alleine :))
    Der findet Hallo oder so auch sehr viel besser. Meine Mädchen grüßen eigentlich immer (nun leben wir auch echt auf einem Dorf) und ich freue mich auch über einen kurzen Gruß.
    Beim Einkaufen fällt es mir oft auf, das die Menschen immer unfreundlicher werden. Die fahren Dir in die Hacken, rennen Dich über den Haufen und statt "Entschuldigung" kommt: Keine Zeit - sie sehen doch das ich es eilig habe.
    Dann bin ich immer ganz erstaunt, und weise dann freundlich darauf hin das ich mich so schlecht in Luft auflösen kann. Aber diese merkwürdigen Gesellen vergesse ich dann wieder ganz schnell und freue mich dann an den freundlichen die gibt es zum Glück noch mehr!
    Ich hoffe nicht, dass das Grüßen in Vergessenheit gerät.
    Ein schönes Thema hast Du diesmal gewählt, da denkt man doch einmal mehr drüber nach.
    Und ja wie bei Anna habe ich festgestellt mit Kind oder Hund wird man sehr viel schneller angesprochen, dadurch habe ich den Einstand hier im Dorf auch viel schneller bekommen. Ich hatte ja gleich beides, Baby und Hund.
    So nun ein schönes Wochenende
    Kirsi

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    1. Ja, "Mahlzeit" hat sowas Seltsames. Hallo oder Guten Tag oder meinetwegen Moin finde ich viel besser.
      Auf dem Dorf grüßt aber auch nicht jeder. Es kommt auf die Gegend an.
      Und beim Einkaufen und nicht nur da beobachte ich Gleiches wie Du. Auch die Autofahrer haben es heute immer so furchtbar eilig. Ich frage mich warum? Auf ein paar Sekunden kommt es doch nun wirklich nicht an! Da wird dicht aufgefahren, gedrängelt, was das Zeug hält und sofort gehupt, wenn es mal nicht schnell genug geht. ;-)

      Ich denke aber nicht, daß das Grüßen in Vergessenheit gerät. Aber offensichtlich haben Einige damit ein größeres Problem, das nicht nur am Nicht-Wollen liegt, eher ein Nicht-Können, so stellt es sich mir dar. Daher erwähnte ich auch die Sozialen Phobien!

      Was nun aber Kind und Hund mit dem Grüßen zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht, kann aber auch mit sozialen Hemmungen zu tun haben. Denn solchen Menschen fällt es leichter, auf ein niedliches Kind oder ein Tier zuzugehen, als den Menschen zu begrüßen. Das kommt auch in Blogs zuweilen zum Ausdruck. Ich bin ja schon ca. 10 Jahre dabei und habe so Einiges gelesen in den Blogs. Da werden manchmal Menschen sogar abgelehnt und Tiere aus dem Grunde angeschafft ... dabei wird vergessen, daß der, der sowas schreibt, ja auch Mensch ist. ;-) :-) Verstehe das, wer will!

      Aber auch alten Menschen schlägt zuweilen krasse Ablehnung entgegen. Sie werden als seltsam, wunderlich oder hässlich betituliert, wozu also mit denen reden? Zum Glück gib es andere, die alte Menschen niedlich, süß usw. finden ... oder auch die Weisheit zu schätzen wissen.

      Liebe Grüße
      Sara

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  6. Liebe Sarah, ich sage gerne "Hallo" Jedem dem ich begegne. Und meist kommt ein Hallo zurück. Ich habe grüßen gelernt als Kind. ßimmer guten Morgen, Tag Abend. Der Jüngere hat zu grüßen. Das war die Regel. Auf das Alter, wer weiss das schon, nehme ich keine Rücksicht. Ich grüße auch Kinder mit Hallo. Ich grüße und verabschiede mich wenn ich durch Geschäfte bummle, die Verkäuferin. Viele Menschen tun so als sei die Verkäuferin unsichtbar. Das finde ich auch sehr unhöflich.
    Schöner Post, regt zum nachdenken sn ;)
    Wünsche ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

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    1. So geht es mir auch, liebe Tina. Die "Rang"ordnung kenne ich auch. Aber nicht immer ist es eindeutig zu erkennen und man vergibt sich schließlich nichts, wenn man freundlich ist. Es gibt heute auch viele Menschen, die nicht gut hören und vielleicht einen Gruß auch einfach überhören, ohne etwas dafür zu können.
      Stimmt, was die Geschäfte betrifft, beobachte ich das auch. Es hat sich in unserer Gegend leider auch so eingebürgert, da die Supermärkte irgendwie seelenlos geworden sind im Ggs. zu den Tante-Emma-Läden, die ja viel persönlicher waren. Ich grüße auch immer, denn es sind auch Menschen, die dort ihre Arbeit für uns tun!

      Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende
      Sara

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  7. Liebe Sara, eine interessante Fragestellung. Hier bei uns grüßt eigentlich jeder, auch Kinder und Jugendliche. Negative Erfahrungen diesbezüglich habe ich auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.

    lg kathrin

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    1. Dann mag das bei Euch in Österreich ganz anders sein. Hier ist das leider zunehmend zu beobachten, wie Du auch anhand der Kommentare schon erkennen kannst.

      Liebe Grüße
      Sara

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  8. Hallo,

    grinsen musste ich auch über das "Mahlzeit", das kenne ich aus meiner Zeit in einer großen Hamburger Brauerei, das war echt nervig, alle 2 Meter "Mahlzeit" zu sagen, aber auch in einer späteren mittelgroßen Firma war es mitunter noch so. So ganz "verstand" ich diesen Gruß auch nicht so und habe es auch nicht immer erwidert.
    Ich selbst habe mit dem Grüßen - und das, obwohl in in der Großstadt wohne - NICHT gemacht.
    Bis vor 1 Jahre wohnte ich ja in einem etwas dörflicheren Stadtteile am Rande von HH bzw. ich arbeite da auch noch. Da grüsst man sich viel, wenn man sich trifft, auch wenn man sich nicht wirklich kennt.
    Der obige Stadtteil war ein "noblerer", jetzt wohne ich in einem "gemischteren"Stadtteil, ziemlich anders als vorher.
    Aber ich muss sagen, auch hier habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.
    In unserem Haus bzw. Häusern (es sind 2 Hausgebäude, letztes Jahr Neubau/Erstbezug) wohnen
    viele Menschen, aber ich muss sagen, ALLE grüssen!
    Und wenn man mit Hund geht, wird man oftmals ohnehin gegrüßt.

    Bei meiner Arbeitsstelle ist ein Erstaufnahmelager, aber auch da grüßen doch etliche Bewohner (scheint aber auch an der Herkunft zu liegen, manche von denen grüßen nämlich überhaupt nicht...)

    Was ich eher negativ empfinde sind so die öffentlichen Verkehrsmittel.
    Da wirken die Menschen oft muffig und schlecht gelaunt...

    Aber ansonsten habe ich in unterschiedlichen Umgebungen wirklich keine schlechten Erfahrungen gemacht.

    LG Ann

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    1. Hallo liebe Ann,
      schön wieder von Dir zu hören!

      Genauso ist meine Erinnerung. Ich arbeitete u.a. in einer großen Bank, da war es ähnlich. ;-) ;o) Echt nervig. Ein freundliches Lächeln und/oder Nicken hätte auch genügt und so habe ich es oft auch gehandhabt.

      Es ist wohl sehr unterschiedlich in Stadtteilen und auch auf Dörfern, diese Erfahrung habe ich in BS - der nächstgrößeren Stadt, gemacht, wo wir lange lebten.
      Apropos Hund - auch das ist hier recht unterschiedlich. Einige, die keine Hunde mögen, gucken eher weg oder unfreundlich. ;-)
      Eigentlich seltsam, daß manche Flüchtlinge nicht grüßen. Ich habe, als wir letztes Jahr nach München fuhren, eigentlich nur nette Erfahrungen mit ihnen unterwegs gemacht.

      Und wo Du gerade die öffentlichen Verkehrsmittel ansprichst - das beobachte ich oft in der U-Bahn, mag aber am Untergrund liegen - wer ist schon gern unter der Erde, wo, wenn etwas geschieht, so schnell keine Hilfe bei der Hand ist. Den Unterschied zu den oberirdischen Verkehrsmitteln fand ich schon gravierend. Ich war mal ein paar Jahre mehrmals in der Woche in Hannover, dort war mir das aufgefallen.

      Liebe Grüße
      Sara

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  9. Hallo Sara,
    wir wurden als Kinder zur Höflichkeit erzogen. Aber es war eine 'falsche' Höflichkeit, denn wir mussten wie auf Kommando die Nachbarn grüßen, auch diejenigen, die zu uns Kindern ein bisschen gemein waren.
    Als ich eigene Kinder hatte, versuchte ich ihnen, den Unterschied zwischen Höflichkeit und Höflichkeit zu vermitteln. Gezwungen zum Danke-Sagen oder Grüßen der Nachbarn habe ich sie nicht.
    Immer wieder werde ich gelobt, weil meine Kinder so freundlich grüßen und das ohne dass man ihnen das beigebracht hat. Es kommt aus ihren Herzen und natürlich gibt es auch Leute, denen sie aus dem Wege gehen. Diese werden aber auch kurz und knapp begrüßt, wenn sie ihnen begegnen.
    Leuten, die sich nicht an die einfachsten Anstandsregeln halten, gehe ich persönlich aus dem Weg. Denn ich kann und will die Menschen nicht ändern.
    Liebe Grüße von Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      diese falsche Höflichkeit schätze ich auch nicht. Gerade an Kindern mag ich ihre Spontaneität und unverbildete Offenheit gern. Mit meinen Kindern habe ich es genauso gehandhabt, wie Du es von Deinen schreibst.

      Liebe Grüße
      Sara

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  10. Sehr interessant mal wieder, liebe Sra und es erinnert mich daran, dass wir neulich auch diese Diskussio hatten. Meine Tochter muss, wenn sie bei ihrem Freund in Köln ist, er wohnt in einem Vorort, morgens früh etwa zwei oder dreihundert Meter zur S-Bahn-Station gegen. Mittlerweile erkennt sie die Leute, die ja auch jeden Tag zur gleichen Zeit die gleiche Bahn in die Innenstadt nehmen.Weil wir jahier auf dem Dorf jeden (fast jeden) grüßen, hat sie das natürlich auch in Köln gemacht... also fürhmorgens auf dem Weg die Leute mit "Guten Morgen" angesprochen. Es waren dann nur etwa fünf Personen, die an der Halttestelle standen, oder eine einzelne Person, die sie auf dem Weg dort überholt hat. Die doch sonst sehr offenen Kölner reagieren durch die Bank weg entweder total verwundert und drehen sich weg oder grüßen knapp und mürrisch mal eben mit einem knurrenden "Morgen" zurück.
    Wir haben uns über die Kultur des Grüßens zuhause unterhalten und sind zu dem Schluss gekommen, dass das Grüßen als Wertschätzung wohl eher nicht mehr angesagt ist. Außer in manchen Geschäfte, wenn man ein Lokal betritt oder eben auf dem Dorf.
    LG Marita

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    1. Das kann ich mir lebhaft vorstellen, liebe Marita. In unserer Stadt ist es auch überhaupt nicht üblich, zu grüßen, auch nicht an der Haltestelle. Es wohnen einfach zu viele Menschen dort. Man grüßt sich dann nur, wenn man sich auch kennt oder innerhalb eines Wohnblocks oder wenn man sich innerhalb eines kleineren Viertels öfter begegnet vielleicht noch.
      Schon bei einem Stadtteil mit 10 oder 20.000 Einwohnern läßt die Menschen in unserer Gegend grußlos aneinander vorbeigehen. Selbst wenn an sich Fremde sich morgens an der Straßenbahn täglich oder alle paar Tage begegnen.

      In Städten kann ich das grußlose Verhalten durchaus nachvollziehen, weil man dann alle paar Meter Wildfremde grüßen müßte, in der Innenstadt ginge das im Sekundentakt, das ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, daher ist es dort auch nicht üblich.
      Was mir aber auffällt, ist dieses Mürrische, wenn schon jemand grüßt oder es wird weggeschaut bzw. sich gewundert. Und das auch in Gegenden, wo man üblicherweise grüßt, wie bei uns am Waldrand, bei Spaziergängen, in kleineren Stadtteilen ...

      Mir ist aber seinerzeit in Magdeburg sehr positiv aufgefallen, daß dort eine ganz andere Höflichkeitskultur herrscht, wie wohl überhaupt in der ehemaligen DDR. Wir waren ganz überrascht, da wir damals, als unsere Kinder dort noch studierten, öfter einmal dort waren. Hier bei uns zucken die Leute bei derart offen auf einen zugehenden Menschen sofort zurück, das hat etwas von "Rührmichnichtan" - daher vermute ich zumindest in manchen Fällen doch soziale Phobien, die heute ja nicht selten sind! Also keine böse Absicht sondern schlichtweg Ängste und Probleme im Umgang mit anderen Menschen, die auf Störungen basieren.

      Liebe Grüße
      Sara

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